Ein köl(ni)sches Leben in alten Swing- und Bluesmelodien

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: unser Sprachempfinden und unser Sprechen sind am Hochdeutschen bzw. dem, was die Zeitungen, die Rundfunk- und Fernsehanstalten dafür halten, geschult. So entsteht mehr und mehr der Eindruck, als habe der Dialekt unserer Region in den letzten Jahrzehnten einen Rückzug in die (angebliche) Idylle der Jahrhundertwende angetreten und beschränke sich mittlerweile nur noch auf Bereiche wie „Brauchtum“ und „Karneval“. Diesem Eindruck will Dr. Josef Muhr als Autor dieser amüsanten Show, die (k)eine reine Nostalgie-Show ist, entgegentreten. Seine selbstverfassten Songs in modernem Straßenkölsch bezeugen die Lebendigkeit unserer angestammten Sprache; und die Zwischentexte, mit denen „Doktor Kölsch“ seine Lieder ankündigt und kommentiert, tun das gleiche. Eingebettet sind seine Texte in berühmte Jazztitel der Blues- und Swing-Ära, Melodien, die eine unzerstörbare Vitalität ausstrahlen und die durch Hans-Günther Adam (Piano) und Michael Buschmann (Schlagzeug) einfühlsam und mitreißend interpretiert werden. So zeigen die drei Akteure, dass die sogenannte Dialektpflege „nicht unbedingt Nostalgie sein muss, sondern handfeste, gelegentlich drastische Gegenwart“ sein kann (Bonner General-Anzeiger v. 26.1.97).      Dauer: ca. 2 Std

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